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Lehrkonzept

Unser Lehrkonzept speist sich aus den langjährigen Erfahrungen in der Lehre im Bereich der (wirtschaftsgeographischen) Globalisierungs- und Entwicklungsforschung, ist aber gleichzeitig auf den Standort Bayreuth zugeschnitten.

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Forschungsorientierung: 

Unsere Lehrinhalte bewegen sich am Puls der Zeit gesellschaftlicher und theoretischer Debatten. Sowohl Ergebnisse der eigenen Forschung, als auch die von Kolleg*innen integrieren wir in unsere Lehrformate. Die Spezifika wirtschaftsgeographischer Forschung werden insbesondere in Studienprojekten, Exkursionen und Übungen vertieft.

Pädagogik der Kritischen Subjektwerdung:

Ein zentrales Anliegen unserer Lehrphilosophie ist eine Pädagogik der kritischen Subjektwerdung. Diese hat zum Ziel, Studierende mit unterschiedlichen theoretischen und praktischen Problematisierungen eines Themas vertraut zu machen. Sie sollen in die Lage versetzt werden, unterschiedliche Perspektiven auf Themen gegeneinander abzuwägen und epistemisch zu verorten, einen kritischen Diskurs zu führen und sich letztendlich auch selbst informiert zu positionieren. Im Kontext entgrenzter und konfliktbehafteter gesellschaftlicher Verhältnisse beinhaltet dies sowohl das Erlernen von Lernen selbst, als auch das Erlernen unterschiedlicher Formen der Kritik.

Um die didaktische Wirkung unserer Lehre zu erhöhen, fördern wir bedarfsorientiert den Einsatz unterschiedlicher Lern-, Medien- und Vermittlungspraktiken. Eine transparente und detaillierte Gestaltung von Syllabi sowie innovative Prüfungsformate sind dabei zentrale Anliegen. In Bayreuth bauen wir insbesondere die innovative Seminarform des Drei-Phasen-Seminars weiter aus, da gerade in diesen die Verbindung von theoretischer Grundlagenarbeit, kollektiver Lernleistung und Anwendungsbezug besonders gut hergestellt werden kann.

Engagierter Pluralismus:

Wir pflegen einen engagierten Pluralismus, der die Studierenden befähigt, unterschiedliche Ansätze theoretisch, ontologisch und epistemologisch zu verorten und darauf aufbauend eigene Forschungsprojekte zu entwickeln und zur progressiven politischen Planungspraxis beizutragen. Das verbindende Element ist eine sozial- und kulturtheoretische Fundierung, die auch Erkenntnisse aus der politischen Ökologie und der heterodoxen Ökonomie einbezieht.

Global relationaler Ansatz: 

In unserer Lehre möchten wir das Bewusstsein unter den Studierenden für die multiplen, historisch gewachsenen Interdependenzen zwischen unterschiedlichen Orten und Regionen der Welt, sowie den damit verbundenen ungleichen ökonomischen, sozialen und ökologischen Verhältnissen schaffen. In einer Zeit der zunehmenden Entgrenzung  gesellschaftlicher Verhältnisse, in denen Phänomene die vormals eher dem Globalen Süden (bzw. minority world) zugeschrieben wurden auch im Globalen Norden (bzw. majority world) zu finden sind (und umgekehrt) und in der wir uns mit den planetarischen Herausforderungen des Anthropozäns konfrontiert sehen, geht es uns insbesondere auch um die Überwindung etablierter ontologischer Kategorien wie „Nord“ und „Süd“.

Methodenvielfalt: 

Der Komplexität einer globalisierten Ökonomie ist nur mit einer entsprechenden Methodenvielfalt beizukommen. Entsprechend wird in der von uns anvisierten Wirtschaftsgeographie ein breites Spektrum unterschiedlicher Methoden und deren methodologischen Fundierung unterrichtet. Ein Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung qualitativ-interpretativer, ethnographischer (wirtschaftsgeographische Organisations-forschung) und kritischer quantitativer Verfahren (u.a. critical statistics). Die raumbezogene Visualisierung komplexer wirtschaftsgeographischer Strukturen und Verflechtungen und die Analyse von „big data“ wirtschaftsgeographischer Prägung sehen wir als zentrale Herausforderung für die Wirtschaftsgeographie im digitalen Zeitalter.

Kritische Praxiskompetenz:

Im Rahmen des Wirtschaftsgeographiestudiums stellen wir sicher, dass Studierende sowohl eine gesunde Mischung aus wissenschaftlicher Fundierung und Kritikfähigkeit erwerben, als auch die Fähigkeiten und Kompetenzen erlernen, die für das Berufsleben relevant sind. Wichtig ist uns dabei, dass Praxiskompetenz einen transformativen Charakter beinhaltet und sich nicht unkritisch in vorhandene Praxislandschaften einfügt.

Ein Beispiel für die Implementierung unseres Lehrkonzepts kann hier am Beispiel von drei Story-Maps zum Thema Globale Warenketten nachvollzogen werden.


Verantwortlich für die Redaktion: Sebastian De La Serna

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